My second host family

Sooo lang ists her, dass ich mich mal gemeldet habe – heute nehme ich mir die Zeit und schreibe ein paar Zeilen für euch!

Mittlerweile bin ich schon zwei Wochen in meiner zweiten Gastfamilie und lerne das Leben der echten Cowboys in America kennen. Nach etwa drei Stunden fahrt, eine davon ausschließlich FELDWEG kam ich auf der Ranch meiner neuen Gastfamilie an. Vor der Haustür sonnte sich eine Schlange und ich dachte mir nur “tolles Willkommensgeschenk” :-D. Ich lebe jetzt einen Monat in einem Dorf mit etwa 200 Einwohnern. Zur nächsten Kleinstadt mit Supermarkt fahren wir 50 Minuten. Dunning liegt im Herzen der Sandhills die etwa 1/4 von Nebraska ausmachen. Die Sandhills sind riesige, mit Gräsern bewachsene Sanddühnen. Unmittelbar unter diesem Gebiet befindet sich großer See mit Grundwasser der ganz Nebraska und Teile anderer Staaten versorgt. Übrigens ist der Sand so fein, das man Ihn ohne weiteres zur Herstellung von Schmirgelpapier oder für Sandstrahlreinigung nutzen könnte. Achja und weil in Sand nicht wirklich was anderes außer Gras wächst, macht es Sinn dieses Gebiet einfach als Weide für tausende von Rindern zu nutzen.

Mein Gastvater hat ca. 1500 Rinder, 15 Pferde und 2800 Hektar Land, das ist die komplette Fläche von Hüpede mal vier. Wenn wir Mineralien in den verschiedenen Weiden verteilen sind wir vier Stunden unterwegs –  ich sitze dann im Pick-up neben Brett, dem 13 jährigen Sohn, der keinen Führerschein hat aber trotzdem überall hinfährt. Aber das ist garnicht so so schlimm, denn das Auto hat weder Außenspiegel noch Nummernschilder, wir fallen also garnicht auf ;-). Meine Gastmutter arbeitet als Immobilienmaklerin und Taylor, die 16 jährige Tochter geht zur Highschool, spielt Volleyball und liebt Supernatural. An einem meiner ersten Tage hier fragte mich mein Gastvater ob ich mit zum Elektroladen kommen möchte, er bräuchte ein Teil um den Trecker reparieren zu können. Wir fuhren 4 Std. zum Laden, kauften in 10 min das fehlende Teil und fuhren 4 Std. zurück – nächstes Mal frage ich genauer :-D. Zu den alltägliche Aufgaben auf der Ranch gehören: Rinder auf Krankheiten zu checken, Zäune und andere Dinge reparieren, Windmühlen für Wasser in den Weiden kontrollieren, Pferde ausbilden und reiten oder wenn das Gras zu knapp wird die Rinder auf eine andere Weide zu treiben. Eine Variante ist es die Rinder mit Quad’s zu treiben, mein Gastvater favorisiert allerdings die oldschool Variante auf Pferden. Die typische Pferderasse hier ist Quartierhorse, weil sie einen sogenannten “Cowsense” haben und es ist unglaublich wie gut die Pferde hier trainiert sind. Letzte Woche wollten wir einen Stier von der Herde separieren und auf eine andere Weide bringen, ich habe den Stier nur angeguckt und das Pferd hat alles von allein gemacht – zum Glück, ich hatte nämlich kein Wort von den Erklärungen meines Gastvaters verstanden :-D. Dann wurde der Stier geroped, das bedeutet er wird mit dem Lasso gefangen, auf den Boden gebracht und die Beine zusammen gebunden. Ein paar Wochen vorher hatte ich das “Roping” als Disziplin beim Rodeo gesehen und niemals gedacht, dass es wirklich auf der typischen Rancharbeit beruht – ich war ziemlich beeindruckt :-). Übrigens gibt es einen Unterschied zwischen Farm und Ranch. Eine Ranch hat ausschließlich Tiere, eine Farm hat Ackerbau und ggf. Tiere. Jaja, wieder was dazu gelernt in Johannas Blog ;-).

Das erste Augustwochenende verbrachten wir in South Dakota, kleine Anekdote dazu: nach der Mittagspause klopfe es an meiner Zimmertür “Johanna we leave the house in 10 minutes”, nach den 10 Minuten schlappte ich mit Arbeitskleidung und mäßiger Laune in die Küche. Erst als ich die gepackten Koffer im Flur entdeckte und die Hälfte der Familie gestriegelt im Auto sitzen sah, kam mir der Gedanke, dass ich den Nachmittag wohl nicht mit fencing (Zäune bauen) verbringen würde. Währenddessen ich hektisch meine Sachen zusammen suchte dachte ich mit einem Grinsen im Gesicht, das passiert also wenn man nur jeden zweiten Satz auf englisch versteht :-D. Unser erster Stopp war in Fort Robinson, ein ehemaliger US Army Stützpunkt im späten 1800. Grob gesagt kämpften zu der Zeit die Cowboys gegen die Indianer. Die Sioux (Indianerstamm) besiedelten den größten Teil der Mitte Amerikas. Dann kamen die Cowboys, wollten das Land einnehmen und vertrieben die Indianer in Reservate. Der Anführer der Sioux “Crazy Horse” starb in Fort Robinson. (Keine Gewähr für meine historischen Infos, ihr wisst ja jetzt wie gut ich alles verstehe :-)). Außerdem besuchten wir das Crazy Horse Memorial das seit 1948 in Arbeit ist und das Mount Rushmore National Memorial. Dort sind die vier Gesichter unterschiedlicher Präsidenten im Mount Rushmore verewigt. Von links nach rechts: George Washington (1. US Präsident), Thomas Jefferson (Verfasser der Unabhängigkeitserklärung), Theodore Roosevelt (Verhalf der USA zu politischem und wirtschaftlichen Aufschwung) und Abraham Lincoln (begleitete die USA durch den Civil War (Abschaffung der Sklaverei). All diese Memorial befinden sich den Black Hills (Gebirgszug mit schwarzem Gestein), dort habe ich auch das erste Mal eine Herde Buffalos und Prairie Dogs gesehen.

Letzte Woche war ich auf der National IFYE Conference in Kansas. IFYE bedeutet International Farm Youth Exchange und ist der Name des Austauschprogramms an dem ich gerade teilnehme. Eingeladen waren alle ehemaligen IFYEs und natürlich alle IFYEs die mitten im USA Austausch stecken. Nach dem offiziellen Tagesprogramm machten wir die Bars in Manhattan (Kansas) unsicher oder fuhren Boot und Wakeboard auf dem Tuttle Creek Lake.

 

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